Jugendbibliothek Hoeb4U Julie Kagawa las aus ihrem Buch "Talon - Drachenherz"

10.10.2016

Lesung Julie Kagawa 2016

21 Schüler der Stadtteilschule Niendorf waren am 22. September 2016 zu Gast, als Julie Kagawa aus ihrem Buch "Talon- Drachenherz" las.

Die Achtklässler hatten die einmalige Chance, eine zweisprachige Lesung miterleben zu dürfen und lauschten gespannt der Geschichte um die Drachen Ember, Dante, Riley und dem Menschen Garret. Für alle Schüler war die Geschichte neu, denn bisher hatte noch keiner von ihnen einen Roman der Autorin gelesen.

Nach einer Begrüßung und Einführung in die Welt von Talon (deutsch: Klaue) durch die Moderatorin Jessica Schlage begann die Lesung mit einem englischen Part, gelesen von der Autorin Julie Kagawa selbst, bevor die Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Jodie Ahlborn aus dem deutschen Buch las.

Die Talon-Reihe handelt von den Drachenzwillingen Ember und Dante, die nach der Grundausbildung im Talon-Orden einen Sommer in ihrer Menschengestalt in der Welt der Menschen verbringen, um deren Gepflogenheiten zu lernen.

Zwei Bände der Reihe sind bereits erschienen, der Dritte kommt am 31. Oktober 2016 in die Buchläden (und zu uns) - ein vierter Band ist in Arbeit. Insgesamt soll die Reihe fünf Bände umfassen.

Auf die Frage, woher sie die Idee zu einer Buchreihe rund um Drachen hatte, antwortete Julie Kagawa, dass Drachen schon sehr früh ihre liebsten mythologischen Kreaturen waren. Schon als Kind war sie ein großer Fan von Fantasy und Drachen haben sie schon immer mit ihrer Vielseitigkeit beeindruckt. Außerdem, so sagte sie, seien Drachen riesige, fliegende Echsen, die Feuer spucken - und das sei einfach nur cool!

Lesung Julie Kagawa 2016

Schon mit 16 Jahren schrieb die Autorin ein erstes Buch über einen Drachentöter. Dieses Buch wurde nie verlegt, aber einige der Figuren hatte sie so ins Herz geschlossen, dass sie in Talon wieder auftauchen. Drachen ziehen sich durch das ganze Leben der Autorin. So begann sie vor einigen Jahren damit, kleine Drachen aus Fimo herzustellen, die sie dann über ihren etsy-Shop verkauft oder unter Fans verlost. Die Drachen waren ursprünglich nur als Ablenkungsmanöver gedacht, mit dem sie begann, als sie gerade drei Bücher gleichzeitig fertigstellen sollte und völlig im Stress war.

Vor ihrer Zeit als professionelle Autorin hat Julie Kagawa die verschiedensten Jobs gemacht: Neben einer Tätigkeit im Buchhandel (bei der sie allerdings mehr las als arbeitete), jobbte sie unter anderem auch als Hundetrainerin. Schon seit ihrer Jugend war der Autorin klar, dass sie beruflich Bücher schreiben wollte. Ihren früheren Berufswunsch "Tierärztin" gab sie auf, nachdem ihr bewusst wurde, dass hierfür sehr viel Wissen im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich nötig ist.

Lesung Julie Kagawa 2016

Julies Tipp für junge Autoren: "Gebt nicht auf, auch wenn es ein schwerer Weg bis zur Veröffentlichung des eigenen Buches ist!" Alle Autoren haben einmal klein angefangen und auch Julie Kagawa hat ihre ersten Bücher per Hand in Notizhefte geschrieben.

Nach der ersten kleinen Fragerunde folgte der zweite spannende Auszug aus dem Roman. Die Schüler hörten einen der Wendepunkte der Geschichte, an dem Dante auf der Suche nach seiner Zwillingsschwester einen uralten Drachen kennenlernt. Dieser sitzt auf einem klassischen Drachenschatz aus Gold, Edelsteinen und anderen Kostbarkeiten, verfolgt aber gleichzeitig die Aktienkurse. Dante ist davon überzeugt, seine Zwillingsschwester Ember aufgespürt zu haben, die sich zusammen mit dem Einzelgänger Riley und dem St. Georgs-Krieger Garret auf der Flucht befindet.

Lesung Julie Kagawa 2016

Anschließend hatten die Schüler die Möglichkeit, Julie Kagawa alles zu fragen, was sie wissen wollten. Und das nutzten sie auch:

• Wie lange dauert es bis ein Buch fertig ist?
Julie Kagawa braucht drei bis fünf Monate für den ersten Entwurf. Sie sieht das Schreiben als Bürojob an und setzt sich pro Tag von 10 bis 17 Uhr hin und arbeitet an dem Manuskript. Ihr Ziel ist es, 1000 Wörter  pro Tag zu schreiben.
Nach dem ersten Entwurf geht das Buch noch einige Male zwischen ihr und dem Lektor hin und her, bis es zum Verleger kommt. Dort muss sich noch um das Layout gekümmert werden, bevor das Buch in den Druck geht. So vergehen ungefähr sieben Monate, bis das Buch bei der Buchhandlung im Regal steht.

• Haben Autor*innen auch mal keine Lust zum Schreiben?
Auch Julie Kagawa hat manchmal keine Lust auf ihren Job. In solchen Momenten hilft es ihr jedoch, wenn sie sich ihr Tagesziel vor Augen hält. Sie setzt sich dann trotzdem an den Schreibtisch  und fängt an zu schreiben, denn dabei kommen oft die Ideen und die Inspiration. Sie gibt hier jungen Autor*innen noch einen weiteren Ratschlag: Wartet nicht auf Inspiration, denn dann wartet ihr lange.
Besonders stressig und anstrengend wird das Schreiben, wenn die Deadline näher rückt. Aber auch diese Zeiten gehen vorbei.

• Was ist Julies Lieblingsbuch von denen, die sie selbst geschrieben hat?
Sie hat kein allgemeines Lieblingsbuch, aber in jeder Reihe gibt es einen Band, den sie besonders gerne mag. Meistens sind das nach ihrer Aussage die Bücher, in denen sich viele dramatische Ereignisse aneinanderreihen, wie beispielsweise der dritte Band der Plötzlich Fee- Reihe.

• Hat Julie Kagawa  auch mal Angst, dass die Menschen ihre Bücher nicht mögen?
Auch nach 15 Buchveröffentlichungen in den letzten sechs Jahren hat die Autorin immer wieder Bedenken, ob ihre Bücher gut ankommen. Mittlerweile hat sie sich jedoch damit abgefunden, dass manche Menschen ihre Bücher lieben, und manche eben nicht. Besprechungen ihrer Bücher liest sie jedoch nach wie vor nicht, da sie dazu eine sehr dicke Haut bräuchte.

Alle Schüler, die Fragen stellten, hatten die Möglichkeit den ersten Band der Talon-Reihe zu gewinnen. Julie Kagawa zog hierfür drei Schüler, die sich riesig über ihren Gewinn freuten. Im Anschluss an die Lesung hatten alle noch die Möglichkeit, ihre Bücher und Poster signieren zu lassen.

Die Meinungen der Schüler zur Lesung

Stina: Die Vorleserin hat laut und deutlich gesprochen und jede Figur anders betont. Nach der Lesung will ich mir die Bücher von ihr kaufen.

Vanessa: Ich fand gut, dass es auf Englisch und auf Deutsch vorgelesen wurde! Die Informationen, die man bekommen hat! Das man so viele Fragen stellen konnte!

Anna: Ich fand die Schauspielerin, die vorgelesen hat, gut und die Übersetzerin! Ich fand das Buch mega gut!
 

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